Apr 302007
 

[Vorsicht, lang! %blabla %blabla] Das Wochenende war ziemlich mit Terminen bestückt, aber solche von der positiven Art. Dadurch hatte ich natürlich null Computerzeit, dafür aber etliches an Strickzeit. Los ging es gleich am Freitag mit dem Stricktreffen (was für eine bessere Art, das Wochenende zu beginnen, als ein Stricktreffen kann es geben??? %freu). Da konnte ich dann doch noch hin, die Steuer ist fast fertig, wird wohl heute noch abgeschickt. Dort habe ich ausgeharrt, bis mich mein Mann, der vom Flughafen kam, abgeholt hat. Da der Flieger Verspätung hatte, war das ziemlich spät, und so war die Socke fast fertig.

Am Samstag vormittag habe ich schnell noch die letzten Reihen der Spitze gestrickt und hatte wieder ein fertiges Paar Socken. Daher war es nicht ganz so schlimm, dass ich doch noch ein Knäuelchen Wolle eingepackt habe. Da konnte ich nicht widerstehen: Trekking Pro Natura von Zitron, ein Sockengarn, das statt des Polyanteils einen echten Bambus-Anteil hat, d. h. eine Faser, die unmittelbar aus dem Mark von Bambuspflanzen gewonnen wird.

Das hat nichts mit der sonst üblichen sogenannten „Bambus“-Faser zu tun, die nichts weiter ist als eine Viskosefaser aus Bambus. Dazu wird Zellstoff aus Bambus isoliert (es wäre aber letztlich egal, aus welchem Baum der Zellstoff stammt), mit Hilfe von ziemlich heftigen Chemikalien in eine flüssige spinnbare Form gebracht und dann idustriell versponnen. Bei diesem Vorgang, der mit dem eigentlichen Spinnen von Fasern (z. B. mit dem Spinnrad) nichts zu tun hat, wird die Flüssigkeit durch Spinndüsen zu feinsten Fasern gepresst. Diese müssen dann noch im üblichen Sinne versponnen werden.

Letztlich ist Viskose die erste von Menschen hergestellte Faser gewesen, wenn auch das Ausgangsprodukt noch ein Naturstoff ist. Ich würde jedoch wegen der veränderten Eigenschaften es nicht mehr als wirklichen Naturstoff bezeichnen. Dann wären auch aus Erdöl hergestellte Fasern Naturprodukte, denn schließlich ist Erdöl auch mal irgendwann aus Pflanzenresten entstanden, und wird anschließend industriell aufbereitet und mit Hilfe von Spinndüsen zu Fasern verarbeitet. Früher hieß Viskose übrigens Kunstseide, weil sie sich ähnlich anfühlt und ähnlich verhält.

Jedenfalls gibt es jetzt eine echte Bambusfaser in Sockengarn, und das hat mich sehr angesprochen. Erst wollte ich zu einem Blauton greifen, überlegte allerdings, dass ich ja noch eine Kiste Sockenwolle in Blautönen vorrätig habe, und besser einen Grünton nehme. Das ist eine Farbe, auf die sich mein Mann in letzter Zeit eingeschossen hat, und die ihm sehr gut steht. Nur bei meiner Sockenwolle ist sie arg unterrepräsentiert. Beinahe hätte ich das Knäuel auch schon angestrickt, aber irgendwie wurde nix draus – Fehler über Fehler. Ich sollte auch nicht schon wieder ein neues kompliziertes Sockenstrickzeug anfangen – davon habe ich noch genug in der Pipeline.

Gemerkt habe ich allerdings schon, dass das Garn ein Ideechen leichter spleißt als anderes Sockengarn. Man muss halt etwas „genauer“ stricken, damit man immer alle Fäden erwischt. Ansonsten kann ich noch nicht viel sagen, dazu muss ich wirklich erst mal ein Paar Socken draus stricken.

Wichtig ist vielleicht noch zu erwähnen, dass in dem Garn immer mal wieder so weiße Tuffs der Bambusfaser hängen, ähnlich wie die dicken Stellen in Leinengarn. Ich weiß nicht ob das im Herstellungsprozess verhinderbar wäre, aber Herr Zitron sagt, das wäre ein Unterscheidungsmerkmal zur Viskose-Bambusfaser. Und Herr Zitron sagt weiter, dass die echte Bambusfaser teurer sei als Seide. Mit 8,95 ist so ein Knäuel deutlich höherpreisiger als durchschnittliche Sockenwolle. Ich bin gespannt, ob sich das lohnt.

Vom Gefühl her ist das Garn einfach klasse, sehr weich und sehr seidig, mit einem matten Schimmer.

Kennengelernt habe ich auch ein absolut traumhaftes Sockengarn aus Merino mit einem Poly-Anteil von 20 % wenn ich mich recht erinnere (hilft mir bitte mal jemand auf die Sprünge, der dabei war?). Leider erinnere ich mich nicht mehr an den Namen, aber es war traumhaft weich und kam von einem italienischen Hersteller – Filatura di Crosa.

PS für Christiane: Der Trachtenstrumpf, den ich mithatte, wiegt 58 g, also müsste man mit drei Knäulen gut hinkommen. Ich habe allerdings ein recht feines „markenloses“ Garn, bei dem die Knäule erfreulicherweise auch wirklich 50 g wiegen und ansonsten übliche Sockenwollzusammensetzung. %blabla %blabla

Vielen Dank

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Apr 302007
 

für die Antworten zum letzten Eintrag. Leica weist mich darauf hin, dass das Muster mit den River Rapids von Sockbug übereinstimmt.

Ja, das ist das gleiche Muster, bei Thirassia sind nur zwei linke M mehr zwischen den Mustersätzen. Und in dem Buch „Bäuerliches Stricken“ habe ich noch eine Version gefunden, das einen längeren und breiteren Mustersatz hat, aber nach dem gleichen Prinzip arbeitet. Da hat das eigentliche Muster ohne Linksmaschen 10 M Breite statt der 6 bei River Rapids und Thirassia. Ich bin mir sicher, wenn ich danach suche, finde ich auch die schmalere Version noch in einem meiner Musterbücher. Es gibt eben selten etwas wirklich Neues beim Stricken. Trotzdem wird man auf das Potential von manchen Mustern erst durch solche Anleitungen aufmerksam.

Ich finde es immer wieder spannend, wenn man verschiedene Versionen miteinander vergleicht. Hier haben wir ein gutes Beispiel dafür, wie man ein Muster leicht auf verschiedene Maschenzahlen anpassen kann. Für mich ist zum Beispiel die Thirassia-Variante sinnvoller, da ich die Socken in meiner und ähnlichen Damengrößen (für Männer finde ich das Muster nicht ganz passend) eher mit 60 M (also teilbar durch 10) stricke als mit 64 (teilbar durch 8). Aber auch die breite Version ist interessant: Wenn man dickere Sockenwolle hat oder kleinere Größen und mit 48 M arbeitet (teilbar durch 12), dann passt diese Variante.

Apr 272007
 

ist Tejemanejes, es ist allerdings auf Spanisch. Unter anderem ein zauberhaftes Sockenmuster namens Thirassia wird dort geboten. Während ich mit dem redaktionellen Teil nicht wirklich was anfangen kann (mein Spanisch-Verständnis beruht auf Latein- und Französischresterinnerungen aus der Schule), sind die Muster, soweit nicht längere Erklärungen nötig sind, doch sicher auswertbar. Ganz sicher lassen sich schnell die Fachworte für Strickspanisch identifizieren und zusammenrätseln.

Gefunden bei Irisine

Nicht die Bohne

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Apr 272007
 

interessiert es mich noch, was in Köln politisch und sonstwie abgeht. Das habe ich gestern so gemerkt, als ich wie häufig die Lokalzeit geguckt (natürlich mit Strickzeug nebenher) habe. Diskussionen im Stadtrat? Uninteressant. Bauliche Veränderungen in Köln – für mich zweitrangig. Ärger mit der KVB? Tausche ich demnächst gegen den MVV ein.

Ich werte das Desinteresse allerdings positiv. Ja, Köln ist meine Heimat. Das wird sich auch nicht so bald ändern. Aber ich merke, dass ich innerlich doch schon halb umgezogen bin. Das einzige, was mich kratzt ist, dass ich heute wohl nicht zum Stricktreff komme (vielleicht noch ziemlich spät?). Ich muss hier an der Steuer schwitzen. Die geht vor. Und sollte vor dem Umzug fertig werden. Ich hoffe auf kräftige Rückzahlungen, die wir natürlich brauchen können. Und ich möchte den Stress dann nicht in München noch haben. Da haben wir anderes zu tun.

Heute hat Männe übrigens die Schlüssel zu unserer Wohnung in München bekommen. Der Küchenmensch hat die Küche schon ausgemessen. Wir brüten über den Grundrissen und richten gedanklich ein. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. %grins

Apr 242007
 

möchte ich euch meinen Trachtenstrumpf:

So sah er am 20.04.2007 aus, nachdem mir dieses Malheur passiert war. Er sieht viel schmaler aus, als er ist, weil das Zopfmuster stark zusammenzieht. So langsam komme ich auch wieder dahinter, wie ich weiterstricken muss. Es ist immer ein Fehler, ein komplizierteres Gestrick länger liegen zu lassen.

Das Wollschaf will wissen:

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Apr 242007
 

Die verstrickte Dienstagsfrage – Woche
17/2007

(1) Wie ausführlich wollt Ihr über den Fortschritt eines bestimmten Strickprojektes in den Blogs lesen? Welche (2) Projekte und (3) Details interessieren Euch dabei am meisten?

Hmm, ich bin eigentlich nicht die, die vorschreibt, was in den Blogs anderer erscheint. Jede so wie sie mag.

Aber wenn ich gefragt bin:(1) Das überlasse ich der Schreiberin. Ich gucke mir auch 10 Fortschrittsbilder an. Jeder Fortschritt der einen Eintrag wert ist, ist auch interessant für mich. (2) Socken, Tücher, Pullis – das sind die Sachen, die ich auch stricke. Aber ich guck auch gerne Sachen, die ich nicht mache – einfach nur so oder auch als Anregung (3) Ich interessiere mich insbesondere für technische Details, eventuelle Tricks bei der Anpassung auf die eigenen Körpermaße, Kommentare zum Garn, zum Muster, verwendete Nadeln, Zufriedenheit mit dem Wolldealer, Reisen, die das Strickstück macht… Eigentlich kann es gar nicht zu viele Details geben.

Sonnenaufgang /Sunrise

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Apr 232007
 

heißen diese Zopfsocken:

Sie sind am Freitag fertig geworden. Das sind die technischen Daten:

  • Sonnenaufgang-Socken Gr. 39 für mich
  • gestrickt aus 77 Gramm zusammengespultem Garn von WollPapst. Baumwolle und irgendwas Wolliges mit etwas Kunstfaser (mehr weiß ich dazu nicht).
  • Anschlag 56 M, Bündchen in Minizöpfen (2/2-Rippen) jede 4. R., dann auf 3/1 Rippen gewechselt und an den Seiten die Verzopfung weitergeführt. Ansonsten übliche Konstruktion.
  • mit Nadelspiel 2,5 mm, 15 cm lang, grau
  • angefangen: 18.02.2005 (ja ihr lest richtig), fertig gestellt 20.04.2007 (Das war ein UFO – 2 Jahre, 2 Monate und 2 Tage habe ich für *ein* Paar Socken gebraucht)
  • Anmerkung 1: die Minizöpfchen im Bündchen habe ich wegen der geringen Elastizität des Garns (Hauptbestandteil Baumwolle) gemacht, damit das Bündchen nicht leiert. Auch die 3-1-Rippen sollen die Passform unterstützen. Die Verzopfung an den Seiten weiterzuführen war nur eine kleine Abwechslung für mich. Es stellte sich heraus, dass das auch ein prima Hilfe zum Reihenzählen ist (sehen kann man es nicht wirklich, weder im Original noch auf den größeren Bildern, die per Klick erreichbar sind – wie immer).
  • Anmerkung 2: Das Garn mag ich sehr wegen der Farben und dem Zusammenspiel mit dem schwarzen Faden. Das Knäuel selbst war entweder schlecht verdreht oder was auch immer, ich habe ständig Schlaufen geschoben. Erstaunlicherweise hat das Ganze dabei aber so gut wie nicht geheddert. Dieses Knäuel ist aber bei dieser Händlerin die absoluter Ausnahme, das möchte ich ausdrücklich betonen! Mit allem anderen, was ich von ihr habe, bin ich super-zufrieden. Ich habe es auch nicht reklamiert, denn es ist ein Tauschknäuel. Und die Socken gingen recht flott, weil das Garn doch etwas dicker war als das übliche 4-fädige. Übrigens habe ich auch eine Version dieser Socken schon geribbelt, und dann lagen sie über ein Jahr lang unangetastet nur mit drei oder vier Reihen angefangen in meinem UFO-Stapel.

Sunrise is the name of these socks. I finished them on Friday. These are the Technical Data:

  • Sunrise-Socks German size 39 for me
  • knit from 77 Gramm yarn that was made up from several strands of industrial yarn. Got the yarn from WollPapst. Contains mostly cotton, something wooly (not sure which animal) and a bit of poly.
  • Cast on 56 st, ribbing in mini cables (base is a 2/2-ribbing), cabling in every 4th row, then changed to 3/1 ribbing and kept on cabling the two stitches at each side. The rest followed my usual sock recipe.
  • using 5 DPNs 2.5 mm, 15 cm long, grey
  • started: Febr. 18, 2005 (yep, this was a UFO), finished: 20.04.2007 (this makes two years, two months, and two days to finish one pair of socks!)
  • Remark 1: I used the mini cables for ribbing because the yarn didn’t have much elasticity (main fiber content cotton), so the ribbing would not get sloppy. This is also the reason for the 3/1 ribbing. I kept on crossing the side stitches just for fun, and it turned out they made a nice help counting rows. (You can’t really see the patterning, neither in the original nor on the bigger photos which can be reached by clicking on the small photo, as always)
  • Remark 2: I liked the yarn very much for its colors and the combination with black. The ball itself was difficult to work with, as some of the strands made loops upon loops upon loops. It was astonishing that this didn’t end in chaos. But this ball is really an exception from this dealer. With everything else I got from her I’m really pleased. I didn’t ask her to take it back because it was from a swap. The socks worked up quickly, because the yarn was a bit thicker than the standard fingering sock yarn. BTW I sent one version of this yarn to the frog pond, and after that the beginning (only 4 or so rows) lay in the UFO pile.
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