[Vorsicht, lang! ] Das Wochenende war ziemlich mit Terminen bestückt, aber solche von der positiven Art. Dadurch hatte ich natürlich null Computerzeit, dafür aber etliches an Strickzeit. Los ging es gleich am Freitag mit dem Stricktreffen (was für eine bessere Art, das Wochenende zu beginnen, als ein Stricktreffen kann es geben??? ). Da konnte ich dann doch noch hin, die Steuer ist fast fertig, wird wohl heute noch abgeschickt. Dort habe ich ausgeharrt, bis mich mein Mann, der vom Flughafen kam, abgeholt hat. Da der Flieger Verspätung hatte, war das ziemlich spät, und so war die Socke fast fertig.

Am Samstag vormittag habe ich schnell noch die letzten Reihen der Spitze gestrickt und hatte wieder ein fertiges Paar Socken. Daher war es nicht ganz so schlimm, dass ich doch noch ein Knäuelchen Wolle eingepackt habe. Da konnte ich nicht widerstehen: Trekking Pro Natura von Zitron, ein Sockengarn, das statt des Polyanteils einen echten Bambus-Anteil hat, d. h. eine Faser, die unmittelbar aus dem Mark von Bambuspflanzen gewonnen wird.

Das hat nichts mit der sonst üblichen sogenannten “Bambus”-Faser zu tun, die nichts weiter ist als eine Viskosefaser aus Bambus. Dazu wird Zellstoff aus Bambus isoliert (es wäre aber letztlich egal, aus welchem Baum der Zellstoff stammt), mit Hilfe von ziemlich heftigen Chemikalien in eine flüssige spinnbare Form gebracht und dann idustriell versponnen. Bei diesem Vorgang, der mit dem eigentlichen Spinnen von Fasern (z. B. mit dem Spinnrad) nichts zu tun hat, wird die Flüssigkeit durch Spinndüsen zu feinsten Fasern gepresst. Diese müssen dann noch im üblichen Sinne versponnen werden.

Letztlich ist Viskose die erste von Menschen hergestellte Faser gewesen, wenn auch das Ausgangsprodukt noch ein Naturstoff ist. Ich würde jedoch wegen der veränderten Eigenschaften es nicht mehr als wirklichen Naturstoff bezeichnen. Dann wären auch aus Erdöl hergestellte Fasern Naturprodukte, denn schließlich ist Erdöl auch mal irgendwann aus Pflanzenresten entstanden, und wird anschließend industriell aufbereitet und mit Hilfe von Spinndüsen zu Fasern verarbeitet. Früher hieß Viskose übrigens Kunstseide, weil sie sich ähnlich anfühlt und ähnlich verhält.

Jedenfalls gibt es jetzt eine echte Bambusfaser in Sockengarn, und das hat mich sehr angesprochen. Erst wollte ich zu einem Blauton greifen, überlegte allerdings, dass ich ja noch eine Kiste Sockenwolle in Blautönen vorrätig habe, und besser einen Grünton nehme. Das ist eine Farbe, auf die sich mein Mann in letzter Zeit eingeschossen hat, und die ihm sehr gut steht. Nur bei meiner Sockenwolle ist sie arg unterrepräsentiert. Beinahe hätte ich das Knäuel auch schon angestrickt, aber irgendwie wurde nix draus – Fehler über Fehler. Ich sollte auch nicht schon wieder ein neues kompliziertes Sockenstrickzeug anfangen – davon habe ich noch genug in der Pipeline.

Gemerkt habe ich allerdings schon, dass das Garn ein Ideechen leichter spleißt als anderes Sockengarn. Man muss halt etwas “genauer” stricken, damit man immer alle Fäden erwischt. Ansonsten kann ich noch nicht viel sagen, dazu muss ich wirklich erst mal ein Paar Socken draus stricken.

Wichtig ist vielleicht noch zu erwähnen, dass in dem Garn immer mal wieder so weiße Tuffs der Bambusfaser hängen, ähnlich wie die dicken Stellen in Leinengarn. Ich weiß nicht ob das im Herstellungsprozess verhinderbar wäre, aber Herr Zitron sagt, das wäre ein Unterscheidungsmerkmal zur Viskose-Bambusfaser. Und Herr Zitron sagt weiter, dass die echte Bambusfaser teurer sei als Seide. Mit 8,95 ist so ein Knäuel deutlich höherpreisiger als durchschnittliche Sockenwolle. Ich bin gespannt, ob sich das lohnt.

Vom Gefühl her ist das Garn einfach klasse, sehr weich und sehr seidig, mit einem matten Schimmer.

Kennengelernt habe ich auch ein absolut traumhaftes Sockengarn aus Merino mit einem Poly-Anteil von 20 % wenn ich mich recht erinnere (hilft mir bitte mal jemand auf die Sprünge, der dabei war?). Leider erinnere ich mich nicht mehr an den Namen, aber es war traumhaft weich und kam von einem italienischen Hersteller – Filatura di Crosa.

PS für Christiane: Der Trachtenstrumpf, den ich mithatte, wiegt 58 g, also müsste man mit drei Knäulen gut hinkommen. Ich habe allerdings ein recht feines “markenloses” Garn, bei dem die Knäule erfreulicherweise auch wirklich 50 g wiegen und ansonsten übliche Sockenwollzusammensetzung.

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Apr 302007
 

zum Schal Sun Rays bei Elann.

Gefunden bei Smariek Knits

Vielen Dank

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Apr 302007
 

für die Antworten zum letzten Eintrag. Leica weist mich darauf hin, dass das Muster mit den River Rapids von Sockbug übereinstimmt.

Ja, das ist das gleiche Muster, bei Thirassia sind nur zwei linke M mehr zwischen den Mustersätzen. Und in dem Buch “Bäuerliches Stricken” habe ich noch eine Version gefunden, das einen längeren und breiteren Mustersatz hat, aber nach dem gleichen Prinzip arbeitet. Da hat das eigentliche Muster ohne Linksmaschen 10 M Breite statt der 6 bei River Rapids und Thirassia. Ich bin mir sicher, wenn ich danach suche, finde ich auch die schmalere Version noch in einem meiner Musterbücher. Es gibt eben selten etwas wirklich Neues beim Stricken. Trotzdem wird man auf das Potential von manchen Mustern erst durch solche Anleitungen aufmerksam.

Ich finde es immer wieder spannend, wenn man verschiedene Versionen miteinander vergleicht. Hier haben wir ein gutes Beispiel dafür, wie man ein Muster leicht auf verschiedene Maschenzahlen anpassen kann. Für mich ist zum Beispiel die Thirassia-Variante sinnvoller, da ich die Socken in meiner und ähnlichen Damengrößen (für Männer finde ich das Muster nicht ganz passend) eher mit 60 M (also teilbar durch 10) stricke als mit 64 (teilbar durch 8). Aber auch die breite Version ist interessant: Wenn man dickere Sockenwolle hat oder kleinere Größen und mit 48 M arbeitet (teilbar durch 12), dann passt diese Variante.

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