Yes, I can

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Jul 132010
 

Ich spinne mal wieder, und zwar ein schönes Kardenband vom Coburger Fuchsschaf. Und da das so schön luftig und fluffig ist, habe ich mir gedacht, versuchst du doch mal, Richtung langen Auszug zu kommen. Und ja, es geht. Es geht noch nicht sehr schnell (Übung macht die Meisterin) und es geht auch noch nicht so arg gleichmäßig (Übung macht die Meisterin – sagte ich das schon?), aber es geht.

Coburger

Mittlerweile sind schon sechs Stränge fertig, alle um die 60 g. Gewaschen wird zum Schluss, wenn alle Stränge fertig sind. Noch habe ich ungefähr 1/3 der Gesamtmenge zu spinnen. Gekauft habe ich die Wolle übrigens letztes Jahr auf dem Benediktbeuerner Textilmarkt.

Einarbeitung

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Mrz 272008
 

Gestern habe ich mich weiter mit dem Traditional angefreundet. Dazu gehörte nochmal ausführliches Ölen (es quietschte noch an einigen Stellen), ein Blick in ein Spinnbuch, um mit der etwas anderen Konstruktion klarzukommen, und ein passender Stuhl. Leider rutscht das Rad ziemlich in der Gegend herum, denn es hat – anders als das Joy – keine Gummifüße. Da muss ich eventuell noch was dran tun.

Bei all dem habe ich einen ersten Strang Garn fertig bekommen. Nur eine Probe, denn ich experimentiere im Moment, wie ich das Alpaka am besten verspinne. Das Garn ist super-weich, einfach ein Traum.

Gigi-Probe

Hier habe ich erstmal ganz ohne Bearbeitung gesponnen, nur während des Spinnens die Locken geöffnet und kurze Fasern und VM entfernt. Es wird ein bisschen ungleichmäßig, und ich muss aufpassen, dass ich genug drehe. Ich bin so an das schnelle Joy gewöhnt…

Hier noch mal der Strang im Vergleich mit einem Rest von der Spule, der noch nicht gewaschen ist:

Gigi Probe

Dann habe ich noch ein wenig von dem Vlies kardiert, und gleich wird das Ganze wesentlich gleichmäßiger. Die Rolags (ich weiß nicht, wie man das auf deutsch nennt – wie öfter, wenn es ums Spinnen geht) habe ich einmal klassisch zusammengerollt, und einmal in der anderen Richtung, so dass die Fasern in Spinnrichtung liegen. Hier die “anderen” Rolags:

Gigi Rolags

Mal sehen, ob sich das irgendwie unterscheidet beim Spinnen. Die erste Rolag-Sorte ist auch schon versponnen und gezwirnt, muss aber noch gewaschen werden. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass es so einfacher ist, ein gleichmäßiges Garn hinzubekommen.

Und hier noch ein Bild von meiner allerersten Probe, die ich euch nie gezeigt habe, aber schon im September entstanden ist:

Gigi

Dünn spinnen

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Sep 302007
 

Heute erreichte mich folgende Frage:

Hallo, ich bin ein Anfänger was Spinnen betrifft. Seit einer Woche stolze Henkys Besitzerin. Das Rad ist toll,ich bekomme Faden in cca 2,5 Nadelstärke hin.Welche Faser nimmt man,damit es 900m 8gerwirnt) werden?es ist doch der absoluter Wahnsinn!!!Hut ab vor solcher Leistung!
Michaela

Hallo, Michaela,

Danke für das Lob! *rotwerd* Und herzlichen Glückwunsch zum neuen Rad!

Man kann mit jeder Faser fein spinnen, allerdings gibt es durch die Dicke der Faser eine Untergrenze. Je feiner die Wolle, desto feiner der mögliche Faden. Ich arbeite fast immer mit der Huppertz Merino (19 Micron, das ist ein Maß für die Dicke des einzelnen Haares, je kleiner die Zahl, desto feiner die Wolle), aber auch jede andere feine Wolle geht (die Neuseelandwolle von Woll-Knoll ist übrigens auch sehr gut, sie lässt sich einfacher ausziehen als die Huppertz-Merino. Damit habe ich zuerst fein gearbeitet, damals noch mit Spindel).

Und dann habe ich noch ein kleines dunkles Geheimnis: Ich drehe mit der zweiten Hand (bei mir rechts), die auszieht, und den Drall kontrolliert, beim Ausziehen entgegen der Drehung, d. h. ich nehme aus dem Teil, das ausgezogen wird, Drehung raus. “Das tut man nicht” habe ich mal von einer Mitspinnerin zu hören bekommen. Ich glaube aber, dass ich dadurch so fein spinnen kann. Und ich gebe zu, es ist Wahnsinn, was ich da mache, vor allem, wenn ich bedenke, dass ich für 60 Gramm Wolle zwei Wochen lang spinne (wenn ich jeden Tag ein bis zwei Stunden spinne). Das muss nicht jeder nachmachen oder können.

Weiter muss man viel drehen, je feiner das Garn wird. Dann reißt es auch nicht. Wenn man ungeduldig ist, dann schiebt man die Fasern zu schnell ins Rad und der Faden wird nicht genug verdreht, und schon reißt es. Bei mir ist das meistens so, wenn ich lange gesponnen habe und müde werde. Wenn der Faden öfters reißt, weiß ich, dass ich aufhören muss.

Der letzte Tipp, den ich Dünnspinnern geben kann, ist dass das Faserdreieck bei mir sehr lang ist. Dadurch kann man sehr genau regulieren, wie dünn der Faden wird.

Ich persönlich habe es immer drauf angelegt, möglichst fein zu spinnen, eben um Garne für Spitzenstrickerei selbst spinnen zu können. Ich finde die nämlich ziemlich teuer, wenn ich sie fertig kaufen muss. Außerdem habe ich festgestellt, dass mir das Feinspinnen wirklich Spaß macht. Ich habe mich immer mehr drangetastet, je gleichmäßiger mein Faden wurde. Heute ist das, was mir sonst gerissen ist, meine normale Stärke. Ich habe immer mal wieder zwischendurch bei Projekten versucht, wie fein es denn geht. Bei dem Projekt durfte ich natürlich nicht immer feiner werden! Aber ich habe mir einfach etwas Wolle genommen, eine neue Spule und versucht, wie fein es denn nun geht.

Mit einer Spindel ist es übrigens viel einfacher, dünn zu spinnen, als mit dem Spinnrad. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Allerdings braucht man eine leichte Spindel. Die federleichteste Spindel, die ich kenne, ist selbstgebaut nach dieser Anleitung.

Übringens bin ich ansonsten, was Technik angeht, nicht so gut. Ich kann weder langen Auszug noch gleichmäßig dick spinnen, oder gar irgendwelche Designergarne spinnen. Ich zwirne und spinne auch sonst sehr nach Gefühl. Wirkliche Kontrolle habe ich bei anderen Techniken über mein Spinn-Ergebnis nicht. Das kommt einfach, weil ich mich bisher wirklich darauf konzentriert habe, dünn zu spinnen. Was die Vielfalt der beherrschten Techniken angeht, würde ich mich auch noch fast als Anfänger bezeichnen!

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