Häkeln!

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Mai 152009
 

Ihr werdet mit der Schulter zucken, aber für mich ist es was Besonderes: Das Häkeln scheint bei mir wieder zu gehen, ohne dass ich davon schmerzende Handgelenke bekomme. 15 Jahre ist das ungefähr her, dass ich zum letzten Mal häkeln konnte. Dann hatte ich eine Sehnenscheidenentzündung, wegen der ich kaum noch handarbeiten konnte. Mit den Jahren kam eine Technik nach der anderen wieder zurück. Zunächst angewiesen auf nur eine Hand (nämlich die, die nicht betroffen war), stickte ich einhändig mit einem Stickring, in dem mein Teil am Tisch festgemacht wurde. Bald schon konnte ich wieder beide Hände fürs Sticken benutzen. Dann kamen klöppeln und Occhi wieder, die ich für einige Jahre fast ausschließlich machte. Und dann 2003 konnte ich nach 9 Jahren wieder stricken. Aber das Häkeln tat immer noch weh.

Vorgestern jedoch las ich im Reste-Thread bei Sock Knitters Anonymus, und fand dort eine Restedecke aus Sockengarn, die aber gehäkelt war. Ich schnappte mir ein paar Reste, und zwei Häkelnadeln, surfte zur Anleitung und häkelte los. Ich häkelte fast den ganzen Tag, und meine Handgelenke beschwerten sich nicht. Die Original-Decke ist mit 3,75 mm gehäkelt, also probierte ich sowohl 3,5 als auch 4 mm aus, und 4 mm hat gewonnen. Und so sieht das Ganze aus, nachdem ich gestern noch weiter gehäkelt habe:

Granny Square Leftover Sockyarn Blanket

Ich werde jetzt mal schauen, wie weit ich mit den Resten, die ich habe, komme. Es ist klasse, wie schnell die Reste verschwinden. Ich mache große und kleine Quadrate, die großen 30 x 30 cm, die kleinen 15 x 15. Es macht erstaunlich viel Spaß, wieder mal zu häkeln.

Mai 072009
 

auf Fragen gibt es bei mir auch mal wieder.

Ursula H. fragte:

Was bedeutet bitte schön Wunderschlinge?

Die Wunderschlinge ist eine Technik, die es erlaubt, auf einer langen Rundstricknadel in der Runde zu stricken, auch wenn das Teil vom Umfang her zu klein für die Rundstricknadel ist. Man mag fragen, warum man nicht einfach kürzere Rundnadeln nimmt. Es gibt solche Rundnadeln, nur gibt es Leute wie mich, die damit nicht klar kommen. Ich streike ja schon, wenn eine Rundnadel nur 40 cm lang ist, und es gibt noch viel kürzere. Das liegt daran, dass der gerade Teil der Rundnadel, mit dem man strickt, bei einer sehr kurzen Nadel auch kürzer sein muss, sonst hat man nur noch ein Dreieck – zwei Nadeln und ein kurzes Stück Seil. Also sind die Nadelteile der 40-cm-Nadeln kürzer. Ich verkrampfe mich allerdings sehr, wenn ich solche Mini-Nadeln in der Hand habe, und mir tun ganz schnell die Hände weh. Das ist jedoch nicht der Sinn der Sache.

Deshalb ist für mich die Lösung mit einer etwas längeren Rundnadel ideal. Man strickt in der Runde, braucht nicht zwei Rundnadeln, auch kein Nadelspiel, und meine Hände verkrampfen sich nicht. Außerdem habe ich es mir dadurch sparen können, für Ärmel oder Mützen z. B. zusätzliche, kurze Rundnadeln zu kaufen.

Für mich war der erste Grund, diese Technik zu erkunden, Neugier. Ich probiere gerne mal etwas Neues aus, und ich las im Internet auf Englisch von dieser Technik. In dieser Zeit probierte ich auch zwei Rundnadeln aus, um bei einem Ärmel entspannt in der Runde stricken zu können, fand das Ganze aber für mich zu umständlich. Mich störte, dass immer irgendwelche Nadeln baumelten und klapperten. Auch kam ich nicht damit klar, die beiden Nadeln zu unterscheiden, aber da hätte Übung sicherlich Abhilfe geschaffen.

Und auch die Wunderschlinge hakte ich damals als zu umständlich ab. Ich hatte den Fehler gemacht, mir beim gleichen Sockenpaar auch noch das Sockenstricken von der Spitze aus, und das Stricken von zwei Socken gleichzeitig auf einer Rundnadel beizubringen. Ich fand die Technik jedoch weiterhin interessant genug, dass ich ihr sogar einen Bilderkurs auf meiner Homepage widmete. Ich zeigte auch das Stricken von zwei Socken gleichzeitig. Danach strickte ich weiter meine Socken auf Nadelspielen, und auch Ärmel und ähnliches wurden so gestrickt.

Der eigentliche Grund, warum ich die Wunderschlinge ernsthaft wieder in Erwägung gezogen habe, war meine Angewohnheit, auf kleinen und großen Reisen zu stricken. Ob im ÖPNV, als Beifahrerin im Auto oder auf Zugreisen, Strickzeug war fast immer dabei. Meist Sockenstrickzeug, da das sehr schön transportabel ist.

Manchmal fällt beim Sockenstricken auf dem Nadelspiel allerdings auch der geübtesten Strickerin eine Nadel runter. Und laut Murphy’s Gesetz wird sie immer an einer unzugänglichen Stelle landen, oder durch den ganzen Wagen rollen. Nachdem mir das einmal im Auto passiert war (und wir zum Glück gerade auf einem Parkplatz standen, so dass ich aussteigen und die Nadel in Ruhe suchen konnte, und ja, sie lag an einer sehr unzugänglichen Stelle), beschloss ich, der Wunderschlinge ein zweite Chance zu geben.

Ich überlegte, dass das, was ich nicht gut kann, mir keinen Spaß macht. Für manches braucht man allerdings etwas Übung, damit man es gut kann. Und ich dachte mir, dass ich das am besten mal zu Hause übe, nicht unterwegs. Also strickte ich mehrere Paare Socken auf einer Rundnadel, und es ging immer besser. Zumindest hatte ich nichts mehr dagegen, und deshalb hatte mein Reisestrickzeug von da an immer eine Rundnadel.

In der Zwischenzeit änderte ich bewusst meine Strickart. Hatte ich vorher sehr eng gestrickt (ich musste meist die größte angegebene Stricknadel verwenden), strickte ich nun eher locker. Das erleichterte es mir auch, mit der Wunderschlinge zu stricken. Die Nadel glitt nun viel einfacher durch die Maschen, ich musste die Maschen nicht mehr mit Mühe vom Seil auf die Nadel schieben. Und dann fand ich Nadeln mit elastischeren Seilen, die alles noch einfacher machten. Ich begann, die Wunderschlinge zu lieben.

Dieses Jahr nun sah ich Gründe, zwei Socken auf einer Rundnadel gleichzeitig zu stricken: Wenn man Reste verstrickt, dann kann man diese aufteilen, und auf beiden Seiten gleich viele Reihen stricken. Das ist viel einfacher, als später zu rekonstruieren, welche Reste man in welcher Reihenfolge verstrickt hat, und wie viele Reihen mit jedem Rest zu stricken sind.

Der zweite Grund war das Stricken von Mystery-Socken: Man bekommt immer nur einen Teil des Musters und wartet dann (meist eine Woche) bis der nächste Teil veröffentlicht wird. Da ist es natürlich gut, wenn man die zwei Socken gleichzeitig stricken kann.

Für viele Strickerinnen gibt es noch einen weiteren Grund, Socken gleichzeitig zu stricken: Sie verhindern damit Piraten-Socken. Das sind Socken, die alleine bleiben, weil ihr Gegenstück nie gestrickt wurde. Die Nadel wurde für das nächste Paar gebraucht, vielleicht war es aber auch langweilig, das Gleiche nochmal zu stricken. Zum Glück hatte ich damit nie große Schwierigkeiten. Entweder meine Socken bleiben schon vor der Fertigstellung der ersten Socken UFOs, dann werden sie irgendwann geribbelt. Oder aber es werden beide Socken fertiggestellt. Ich schlage immer, wenn ich den ersten Socken fertig habe, gleich den zweiten an.

Auch das gleichzeitige Stricken von zwei Socken ist einfach Übungssache. Heute verheddern sich bei mir noch nicht einmal mehr die beiden Knäuel, von denen ich stricke. Und auch die Nadelwechsel gehen immer zügiger. Nur fürs Reisestrickzeug bevorzuge ich noch, die Socken einzeln zu stricken.

Heute stricke ich fast alle Socken auf Rundnadeln, und das, obwohl ich viele Jahre lang die Nadelspiele bevorzugt habe. Ich habe einfach gemerkt, dass diese Arbeitsweise mir mehr entspricht. Das heißt nicht, das die anderen Arbeitsweisen schlecht wären. Ganz bestimmt nicht! Ich denke jeder sollte ausprobieren, was ihm liegt, und offen für Neues bleiben, und der einen oder anderen Technik auch mal eine zweite Chance geben. Manchmal entpuppt sich das, was man auf den ersten Blick nicht mochte, als neue Lieblingstechnik.

An Frau Ursula H.

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Mai 072009
 

die verzweifelt versuchte, einen Kommentar zu schreiben, und alle anderen, die auf meinem Blog schreiben:

Liebe Ursula, liebe andere Besucher dieses Blogs.

Nein, Sie sind nicht zu alt, um mit dem Computer zu arbeiten, ganz gewiss nicht!

Kommentare kommen an, wenn Sie sie schicken. Auch wenn Sie sie nicht sehen können. Leider hatte ich aus persönlichen Gründen in der letzten Zeit nicht viel Aufmerksamkeit für mein Blog über, deshalb sind mir Ihre Kommentare bis heute entgangen. Ich muss jeden Kommentar, der hier erscheint, freischalten. Ist er freigeschaltet, dann erscheint er auf der Seite.

Diese Einstellung hat den Grund, dass es leider Leute gibt, die die Kommentarfunktion in Blogs missbrauchen. Damit meine ich nicht, dass sie mir die Meinung geigen, so etwas lasse ich zu! Ich bin immer für Meinungsfreiheit. Diese Leute jedoch missbrauchen mein Blog, indem sie einfach Links zu Müll (blaue Pillen, Frauenverachtendes, etc.) einstellen, Eigenwerbung betreiben, ohne mich zu fragen usw.

Heute habe ich Ihre Kommentare (und noch ein paar andere) freigeschaltet, und deshalb sind sie jetzt auch sichtbar. Vielen Dank für Ihre Geduld!

Liebe Grüße, Christiane Eichler