Dünn spinnen

 Antworten, spinnen, Stricken  Kommentare deaktiviert für Dünn spinnen
Sep 302007
 

Heute erreichte mich folgende Frage:

Hallo, ich bin ein Anfänger was Spinnen betrifft. Seit einer Woche stolze Henkys Besitzerin. Das Rad ist toll,ich bekomme Faden in cca 2,5 Nadelstärke hin.Welche Faser nimmt man,damit es 900m 8gerwirnt) werden?es ist doch der absoluter Wahnsinn!!!Hut ab vor solcher Leistung!
Michaela

Hallo, Michaela,

Danke für das Lob! *rotwerd* Und herzlichen Glückwunsch zum neuen Rad!

Man kann mit jeder Faser fein spinnen, allerdings gibt es durch die Dicke der Faser eine Untergrenze. Je feiner die Wolle, desto feiner der mögliche Faden. Ich arbeite fast immer mit der Huppertz Merino (19 Micron, das ist ein Maß für die Dicke des einzelnen Haares, je kleiner die Zahl, desto feiner die Wolle), aber auch jede andere feine Wolle geht (die Neuseelandwolle von Woll-Knoll ist übrigens auch sehr gut, sie lässt sich einfacher ausziehen als die Huppertz-Merino. Damit habe ich zuerst fein gearbeitet, damals noch mit Spindel).

Und dann habe ich noch ein kleines dunkles Geheimnis: Ich drehe mit der zweiten Hand (bei mir rechts), die auszieht, und den Drall kontrolliert, beim Ausziehen entgegen der Drehung, d. h. ich nehme aus dem Teil, das ausgezogen wird, Drehung raus. „Das tut man nicht“ habe ich mal von einer Mitspinnerin zu hören bekommen. Ich glaube aber, dass ich dadurch so fein spinnen kann. Und ich gebe zu, es ist Wahnsinn, was ich da mache, vor allem, wenn ich bedenke, dass ich für 60 Gramm Wolle zwei Wochen lang spinne (wenn ich jeden Tag ein bis zwei Stunden spinne). Das muss nicht jeder nachmachen oder können.

Weiter muss man viel drehen, je feiner das Garn wird. Dann reißt es auch nicht. Wenn man ungeduldig ist, dann schiebt man die Fasern zu schnell ins Rad und der Faden wird nicht genug verdreht, und schon reißt es. Bei mir ist das meistens so, wenn ich lange gesponnen habe und müde werde. Wenn der Faden öfters reißt, weiß ich, dass ich aufhören muss.

Der letzte Tipp, den ich Dünnspinnern geben kann, ist dass das Faserdreieck bei mir sehr lang ist. Dadurch kann man sehr genau regulieren, wie dünn der Faden wird.

Ich persönlich habe es immer drauf angelegt, möglichst fein zu spinnen, eben um Garne für Spitzenstrickerei selbst spinnen zu können. Ich finde die nämlich ziemlich teuer, wenn ich sie fertig kaufen muss. Außerdem habe ich festgestellt, dass mir das Feinspinnen wirklich Spaß macht. Ich habe mich immer mehr drangetastet, je gleichmäßiger mein Faden wurde. Heute ist das, was mir sonst gerissen ist, meine normale Stärke. Ich habe immer mal wieder zwischendurch bei Projekten versucht, wie fein es denn geht. Bei dem Projekt durfte ich natürlich nicht immer feiner werden! Aber ich habe mir einfach etwas Wolle genommen, eine neue Spule und versucht, wie fein es denn nun geht.

Mit einer Spindel ist es übrigens viel einfacher, dünn zu spinnen, als mit dem Spinnrad. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Allerdings braucht man eine leichte Spindel. Die federleichteste Spindel, die ich kenne, ist selbstgebaut nach dieser Anleitung.

Übringens bin ich ansonsten, was Technik angeht, nicht so gut. Ich kann weder langen Auszug noch gleichmäßig dick spinnen, oder gar irgendwelche Designergarne spinnen. Ich zwirne und spinne auch sonst sehr nach Gefühl. Wirkliche Kontrolle habe ich bei anderen Techniken über mein Spinn-Ergebnis nicht. Das kommt einfach, weil ich mich bisher wirklich darauf konzentriert habe, dünn zu spinnen. Was die Vielfalt der beherrschten Techniken angeht, würde ich mich auch noch fast als Anfänger bezeichnen!

Sep 302007
 

Nicht ganz einfach war der Start für Chrysopolis. Am ersten Abend habe ich nur die ersten 6 Reihen geschafft, dazu die kraus rechten Anfangsreihen. Der Anschlag sah so aus:

Chrysopolis Cast on

Da habe ich mir zum Zählen alle 25 M ein Schleifchen eingehängt. Ja, ich war zu faul aufzustehen, um meine richtigen Marker zu holen. Aber zum Zählen reicht das wirklich so. Die kamen ja dann gleich wieder raus.

Gestern abend gegen sechs hatte ich dann so viel:

Chrysopolis First Rows

Man sieht schon ein bisschen das Muster. Ich finde die Strickerei ziemlich anstrengend, weil ich zwar nicht zum ersten Mal Spitze stricke, aber bisher immer sehr eingängige, kleinere Muster gestrickt habe. Hier sind die Rapporte größer und deshalb muss man mehr an der Strickschrift kleben. Ich brauche 20 Minuten für eine Hin- und eine Rückreihe einschließlich anschließendem Zählen. Geschafft habe ich gestern noch bis Reihe 22, dann war ich zu müde. Spinnwebe hat es geschafft hat, schon den ersten Hinweis ganz fertig zu haben. Wenn das Tuch fertig ist, geht mir die Sache vielleicht auch mir etwas leichter von der Hand. Übung macht schließlich den Meister. Ich werde mich zunächst wirklich dranhalten müssen, um mindestens mit der Veröffentlichung der Hinweise Schritt zu halten.

Sep 292007
 

fragt heute:

Samstag, 29. September 2007

Welche Stärke spinnt ihr am liebsten? Warum? Und welche Stärke spinnt ihr am häufigsten?

huch, das ist ja meine Frage! Dann mal ‚ran!Ich spinne am liebsten dünn. Vielleicht nicht ganz so dünn wie im Moment, nämlich zwischen 900 und 1000 m auf 100 g verzwirntes Garn, aber so um die 800 m (verzwirnt) dürfen es schon sein, um entspannt zu spinnen. Also am liebsten im Laceweight-Bereich.

Ich finde, wenn man dick spinnt, muss man sich ganz schön anstrengen, dass es gleichmäßig wird. Dünn wird bei mir eher gleichmäßig. Und das Ausziehen ist für mich viel anstrengender, weil man einfach mehr Fasern bewegen muss. Ok, es kommt auch auf die Vorbereitung an. Es gibt übrigens noch einen Grund, warum ich gerne dünn spinne: Man hat fürs Geld mehr Spaß – längere Spinnzeit (ok, manchmal werde ich ungeduldig, wenn ich ein Garn gleich ausprobieren will), mehr Meter, mehr Strickzeit pro Kilo Faser. Im Moment für mich wichtig, denn durch den Umzug sind wir ziemlich abgebrannt, und es wird noch ein Weilchen dauern, bis ich mal wieder Geld für Nebensächlichkeiten wie neue Wolle habe. Ist ja nicht so, dass ich nix hier liegen hätte… breitgrins

Und mittlerweile spinne ich so dünn auch am häufigsten. Die Knitalongs zu Spitzenthemen (Knitting delight, Secret of Chrysopolis und Secret of the Stole) tragen das Ihrige dazu bei.

Start of Socktoberfest

 Stricken  Kommentare deaktiviert für Start of Socktoberfest
Sep 282007
 

I started my Socktoberfest a little early on the original Octoberfest in Munich, Bavaria. Yesterday I was at the Wiesn with my family. I carried a sock in my purse and knit – but not while waiting for the beer or the food, the waitresses were just too fast. I knit after eating my Hendl.

Ich habe das Socktoberfest ein bisschen früher angefangen, und zwar auf dem echten Oktoberfest in München. Gestern war ich mit meiner Familie auf der Wiesn. Ich hatte mein Sockenstrickzeug in der Handtasche und habe gestrickt, aber nicht in der Zeit, in der die Bedienung Essen und Maß gebracht hat – die waren einfach zu schnell. Ich habe gestrickt, nachdem ich meinem Hendl den Garaus gemacht hatte.

Photo by Ralf Eichler

Warten auf Chrysopolis

 Stricken  Kommentare deaktiviert für Warten auf Chrysopolis
Sep 282007
 

Heute um 12 geht’s los mit Chrysopolis, dem deutschen Geheimnistuch. Ich freue mich schon sehr drauf.

Alles liegt bereit. Leider ist das Bild nicht so klasse geworden. Schlechtes Licht, verblitzt, nachbearbeitet und trotzdem nicht besser.

Und nein, ich bin keine frustrierte Hausfrau, die sich mit Stricken die Zeit vertreiben muss. Arbeiten muss ich heute schon auch. Ich habe nur den Vorteil, selbständig zu sein, von zu Hause zu arbeiten und mir meine Zeit einteilen zu können. Und nebenbei hätte ich nix dagegen, nicht arbeiten zu müssen, und dafür mehr stricken zu dürfen. Nur das bezahlt mir keiner… leider… und niemand macht den Haushalt für mich… Naja, ich glaube, wenn ich stricken *müsste*, wär ich auch wieder nicht zufrieden. Ich glaub‘ es ist schon ganz gut so wie es ist. Zumal mir mein Beruf wirklich Spaß macht.

Das Wollschaf will diese Woche wissen:

 Stricken  Kommentare deaktiviert für Das Wollschaf will diese Woche wissen:
Sep 252007
 

Die verstrickte Dienstagsfrage – Woche 39/2007

Unlängst wurde gefragt, welches das letzte Strickbuch war, das Ihr Euch gekauft habt. Mich würde dagegen interessieren, was das skurilste bzw. ausgefallenste Strickbuch (oder anderes Handarbeitsbuch) war, das Ihr Euch je gekauft habt.

Vielen Dank Arlene für die heutige Frage!

Das verrückteste Strickbuch in meinem Besitz ist „The Unlikely Flying Object“ von Susan Docherty. Das ist zwar nicht in dem Sinne ein Strickbuch, dass man dort etwas über das Stricken lernen könnte, sondern als Kinderbuch gemacht. Es erzählt die Geschichte eines Außerirdischen, und die meisten Figuren der Illustrationen sind – gestrickt. Ja, richtig gelesen. Welch eine Mühe und welch ein Einfallsreichtum da in die Figuren gesteckt wurde, ist immer wieder erstaunlich. Wie zu erwarten, ist dieses Buch Englischer Herkunft, wo aller skurrile Humor zuhause ist. Es gibt aus der Reihe noch mehr Bücher, und zwar hier, dazu Hintergrund-Infos zu den Sweaterheads.

Seiten: 1 2 3 4 Next